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Medizin
21. April 2023

Haarausfall: Ursachen und was wirklich hilft

Dr. med. univ. Dominik Klug

Du kennst es bestimmt: die meisten Klienten kommen mit komplexen Beschwerden und mehreren Wehwehchen. Oft mit dabei: Haarausfall, fettige oder dünne Haare. Dieses Symptom ist für viele Betroffene ein sehr emotionales und belastendes Thema, da dies äußerlich sichtbar für Andere ist und dadurch für Einige den Leidensdruck zusätzlich erhöht.

Beim Thema Haarausfall kannst du als Coach oder Trainer sehr schnelle und vor allem sichtbare Erfolge erzielen, wenn du die Ursache findest und gemeinsam mit deinem Coachee beseitigst. Die Hintergründe von Haarausfall ist nämlich gar nicht mal so kompliziert – wenn du es einmal verstanden hast, kannst du die Probleme leicht beheben.

Haar

Haargesundheit verstehen

Ein Haar besteht grundlegend aus drei Teilen:

  • Dem Haar-Schaft
  • Der Haar-Wurzel
  • Der Haar-Zwiebel

Der Haar-Schaft ist der Teil des Haars, der sich sichtbar über der Haut befindet. Die Haar-Wurzel befindet sich unterhalb der Haut. Die Haar-Zwiebel ist ein kleiner sackförmiger Teil an der Haarwurzel, den man sehen kann, wenn man ein Haar im Ganzen ausreißt. Der Haar-Wurzel angeheftet ist die Talgdrüse, die eine ölige Substanz produziert und dadurch das Haar vor Witterung schützt.

Ein wichtiger Begleiter des Haars ist der Musculus arrector pilii. Dies ist ein kleiner Muskel, der bei Kontraktion dazu führt, dass wir Gänsehaut bekommen. Dies geschieht dann, wenn uns kalt ist oder wenn wir Angst haben.

Was ist nun wichtig für die Haargesundheit?

An der Haarwurzel befinden sich Stammzellen und Pigmentzellen. Dabei ist vor allem die Stammzellgesundheit wichtig, damit wir gesunde und starke Haare haben können.

Damit das Haar stark und gesund ist, spielt die Versorgung des Haares eine große Rolle. Die Haarwurzel und dadurch das gesamte Haar wird durch eine Kapillare (kleinster Teil einer Arterie) mit Nährstoffen, inklusive Sauerstoff, versorgt.
Zwei wichtige Faktoren, um das Haar gesund zu halten, sind die Aufrechterhaltung der Durchblutung einerseits und die ausreichende Versorgung mit Stammzellen andererseits.

Durchblutung fördern für gesunde Haare

Die Durchblutung kann beispielsweise durch PBM-Therapie (Photobiomodulation), einer Mischung aus Rotlicht und Infrarot, gefördert werden. Dazu gibt es zahlreiche Lampenvarianten, zu bezahlbaren Preisen.

Auch eine mechanische Manipulation der Kopfhaut, beispielsweise durch Massagebürsten, kann die Durchblutung anregen und das Haar besser mit Nährstoffen versorgen.

Eine weitere Möglichkeit für eine optimierte Durchblutung ist die lokale Anwendung von Koffein. Der Hintergrund dazu: Koffein stimuliert den Wachstumsfaktor Insulin like growth Faktor 1 (IGF-1), der zu besserem Haarwachstum verhelfen kann. Kaffeetrinken hilft hier zwar nicht – aber z.B. das Verwenden von Koffein-Shampoos (2-3x/Woche).

Die Verbesserung der Durchblutung kann darüber hinaus mittels PRP-Therapie unterstützt werden. PRP steht für Platelet-Rich-Plasma. Dabei wird Eigenblut entnommen, zentrifugiert und das Plasma-Blutplättchen-Gemisch wird wieder in den Körper injiziert. Diese Technik kann man an allen möglichen Körperteilen, beispielsweise an Gelenken, aber auch an der (Kopf-)Haut anwenden.

Auch Microneedling ist eine Technik, bei der durch eine mechanische Manipulation mit Mikroverletzungen der Haut die Durchblutung und die Stammzellgesundheit verbessert wird. Diese Technik funktioniert auch bei der Kopfhaut, wodurch das Haar profitieren kann. Wichtig ist, dass diese Technik bei einem Spezialisten durchgeführt wird. Zu große Verletzungen können zur Bildung von Narbengewebe führen und wo Narbengewebe entsteht, wachsen keine Haare mehr.

Nährstoffe: Doping für das Haar

Eine ausreichende Durchblutung reicht jedoch nicht aus, um das Haar gesund zu halten. Denn das Blut muss auch reich an Nährstoffen sein, damit das Haar stark bleibt.

Das wichtigste Protein im Haar ist das Keratin, aber auch andere Nährstoffe sind essentiell, um das Haar stabil zu halten. Dazu gehören: Eisen, Magnesium, Vitamin C, Aminosäuren, Zink und Kurkumin. Menschen mit Eisenmangel zum Beispiel, haben oft Probleme mit dünnem Haar oder Haarausfall. So ein Mangel lässt sich mit einer einfachen Blutanalyse feststellen und durch entsprechende Supplementierung beheben.

Medikamente & ihr Einfluss auf die Haarwachstumsphasen

Der Lebenszyklus eines Haars besteht aus drei Phasen.

  • Anagene Phase
  • Katagene Phase
  • Telogene Phase

Die anagene Phase ist die Wachstumsphase. In dieser wächst das Haar von der Wurzel weg. Die Dauer dieser Phase ist variabel und hängt vom Ort des Haarwachstums ab. So wachsen Kopfhaare meist bis zu sechs Jahre lang am Stück.
Im Anschluss an die anagene Phase folgt die katagene Phase. In dieser Übergangsphase schrumpft das Haar und die Haarwurzel verhornt. Zu guter Letzt startet die telogene Phase, auch Ruhephase genannt, während der das Haar langsam ausfällt.

Es gibt Medikamente, die eingesetzt werden, um die Haargesundheit zu fördern. Eines dieser Medikamente ist Minoxidil. Minoxidil ist eigentlich ein Blutdruckmedikament. In niedrigen Dosen hemmt es jedoch den Haarverlust, indem es die anagene Phase (die Wachstumsphase) des Haars verlängert. Dadurch wird die Durchblutung verbessert und somit potentiell auch die Versorgung des Haars mit Nährstoffen optimiert. Mögliche Nebenwirkungen sind: Gelenkschwellungen und Ödeme. Ein weiterer Nachteil: Das Medikament muss lebenslang eingenommen werden, um das Haarwachstum aufrecht zu erhalten. Es kreiert kein neues Haarwachstum.

Genetisch bedingter Haarausfall

Genetisch bedingter Haarausfall kann mit zu hohen Leveln an Dihydrotestosteron (kurz DHT) einhergehen. DHT ist fünfmal wirksamer als Testosteron und unter anderem wichtig für die Aufrechterhaltung der Motivation. Vor allem bei Männern können zu hohe Level an DHT zu Haarausfall führen. Ein Ansatzpunkt in der Therapie bei Haarausfall ist, dass man versucht DHT zu reduzieren. Dazu gibt es medikamentöse Ansätze, wie z.B. 5-alpha-Reduktase-Hemmer, aber auch pflanzliche Stoffe wie Bockshornklee oder Sulforaphane, ein Inhaltsstoff von Brokkoli.

Worauf wartest du?

Du siehst: Probleme wie Haarausfall sind oftmals leicht zu beheben, wenn der Klient ganzheitlich betrachtet und dadurch die Ursache für das Problem herausgefunden wird.

Mit dem entsprechenden Wissen und den nötigen Tools gewappnet kannst du deinen Klienten also nachhaltig helfen. Genau dieses Wissen und das Verständnis und Erlernen der notwendigen Tools (z.B. Auswertung von Blutbildern inkl. Optimalwerte) vermitteln wir in der Medletics Academy bei der Ausbildung zum TÜV-zertifizierten Health Coach. Buche dir ein erstes Beratungsgespräch, damit wir gemeinsam besprechen können, ob unsere Ausbildung zum Health Coach für dich geeignet wäre.

Wir freuen uns, dich und deine individuellen Herausforderungen kennenzulernen! Gemeinsam können wir bei Bedarf selbst komplexe Probleme deiner Klienten lösen.

Dr. med. univ. Dominik Klug
Dr. med. univ. Dominik Klug

Dr. med. univ. Dominik Klug, Mediziner und engagierter Health Coach, zeichnet sich durch seine Expertise in Darmgesundheit und präventiver Medizin aus. Mit seiner Leidenschaft für Biohacking und einem ganzheitlichen Ansatz zur Gesundheitsoptimierung verbindet er medizinisches Fachwissen mit innovativen wissenschaftlichen Methoden.

Sein Motto: 
Christian Kirchhoff
Christian Kirchhoff

Christian ist Teil unseres Research Teams und beschäftigt sich täglich mit wissenschaftlichen Arbeiten und Studien. Er interessiert sich für das „Warum“ – also die Argumentationskette - hinter den Dingen und bereitet aktuelle Daten für Trainer, Therapeuten und Ärzte so auf, dass ihnen der Transfer von der Wissenschaft in die Praxis gelingt.

Dominik Klug
Christian Kirchhoff

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Thiemo Osterhaus
Christian Kirchhoff

Christian ist Teil unseres Research Teams und beschäftigt sich täglich mit wissenschaftlichen Arbeiten und Studien. Er interessiert sich für das „Warum“ – also die Argumentationskette - hinter den Dingen und bereitet aktuelle Daten für Trainer, Therapeuten und Ärzte so auf, dass ihnen der Transfer von der Wissenschaft in die Praxis gelingt.

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