NAFLD – Wenn unser Lifestyle uns krank macht

Die nicht-alkoholische Fettleber ist längst zur Volkskrankheit geworden. Knapp ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland leidet unter der sogenannten NAFLD. Besonders Menschen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht sind betroffen – doch auch bei übergewichtigen Jugendlichen führen Bewegungsmangel und Fehlernährung zunehmend zu diesem Problem. Die Zahlen und Trends zur Zunahme dieses Krankheitsbildes sind alarmierend. Das Wissen, wie hier präventiv gegengesteuert werden kann, scheint sowohl in der breiten Bevölkerung als auch bei einigen Ärzten noch nicht ausreichend angekommen zu sein. Genau hier liegt die Aufgabe von Coaches: Wir müssen unseren Klienten das nötige Rüstzeug an die Hand geben – nicht nur durch konkrete Maßnahmen, sondern auch durch fundiertes Wissen und das Verständnis für gesundheitliche Zusammenhänge.
1. Hintergrund des Klienten und Anamnese
Anfang des Jahres kam ein Klient auf mich zu: Er fühlte sich oft schlapp, müde und insgesamt nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Seine Blutwerte hatte er kürzlich beim Hausarzt prüfen lassen.
Laut Arzt: „Nichts Dramatisches“, aber die Leber- und Blutfettwerte müssten beobachtet werden.
Ein genauerer Blick auf die Laborwerte zeigte:
- Cholesterin gesamt: 235 mg/dl (Ergebnis aus den Vorjahren 248 mg/dl und 230 mg/dl) → Hier lag also bereits seit zwei Jahren ein erhöhter Wert vor.
- HDL-Cholesterin: 37 mg/dl → Wert unter Normbereich.
- LDL-Cholesterin: 178 mg/dl (Ergebnis aus den Vorjahren 183 mg/dl und 167 mg/dl) → Auch hier wurde seit mehreren Jahren nicht entgegengesteuert.
- GGT: 68 U/l (Ergebnis aus dem Vorjahr 62 U/l) → Leicht über Normbereich und mit negativem Trend
- GPT: 73 U/l (Ergebnis aus dem Vorjahr 54 U/l) → Weit über dem Normwert und mit negativem Trend
- GOT: 45 U/l (Kein Ergebnis aus dem Vorjahr) → Wert im erhöhten Normbereich
Ein zusätzlicher Omega-3-Test ergab einen Index von nur 4% – empfohlen sind Werte zwischen 8–11%, da sie sich entzündungshemmend und regulierend auf Blutfette auswirken. Augenscheinlich hatte der Klient kein Gewichtsproblem, er machte einen sportlichen Eindruck und sein BMI lag bei 24 und somit im normalen Bereich, er war Nichtraucher und trank nur sehr selten Alkohol.
Allerdings offenbarte das Ernährungstagebuch eine deutliche Fruktoselastigkeit in Form von einigen Smoothies und Obst-Snacks über den Tag verteilt und gerne Honig oder Marmelade zum Frühstück, sein Protein bezog er hauptsächlich aus Wurst und Käse. Sport kam im stressigen Büroalltag praktisch nicht vor – er aß also zu wenig Protein, zu wenig Ballaststoffe, zu viel Kohlenhydrate und zu viel Fruktose bei gleichzeitiger Abwesenheit von Sport oder Bewegung.
Ein klarer Fall: Die Kombination aus Ernährung und Bewegungsmangel hatte über Jahre zu den erhöhten Blut- und Leberwerten geführt. Der Patient war nicht übergewichtig – aber metabolisch dennoch belastet.
Ein Abwarten und Beobachten der Blutwerte, ohne eine Änderung der Gewohnheiten des Klienten konnte also nicht zielführend sein – der Klient hatte offensichtlich nicht das notwendige Wissen vermittelt bekommen, um seine Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen.
2. Ziel
Eine NAFLD bleibt oft lange unerkannt, kann aber ernsthafte Folgen haben: von Leberentzündungen bis hin zu Krebs, Bluthochdruck, kardiovaskulären Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes.
Die Studienlage ist glücklicherweise eindeutig, so gehört die NAFLD zu jenen Zivilisationskrankheiten, bei denen eine Anpassung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten in der Regel zu einer deutlichen Verbesserung des Krankheitsbildes führt.
Gemeinsam mit dem Klienten wurde folgendes Zielbild kommuniziert:
- Mehr Energie und Leistungsfähigkeit
- Verständnis für gesunde Ernährung und Bewegung
3. Maßnahmen & gemeinsamer Weg
- Wissensvermittlung zu Ernährung (Makronährstoffe, Ballaststoffe, entzündungshemmende Fette)
- Einführung eines Bewegungsprogramms: kurze HIIT-Einheiten & tägliche Bewegung
- Reduktion von Fruktose und Einfachzuckern
- Kohlenhydrate in der Gesamtsumme reduzieren
- Jedes Gericht enthält eine hochwertige Proteinquelle
- Gesunde Fette integrieren (Omega-3, Avocado, Olivenöl)
- Ballaststoffe ergänzen, z. B. durch Flohsamenschalen
4. Ergebnis nach zehn Wochen Zusammenarbeit
Wir hatten gemeinsam vereinbart, die Blutwerte nach ca. 10 Wochen erneut zu prüfen. Der Klient berichtete bereits nach wenigen Wochen von einem besseren Körpergefühl, mehr Energie im Alltag und einer Veränderung der Körperkomposition – ohne Gewichtsverlust aber mit mehr Muskeldefinition.
Ein Blick auf die Blutwerte verriet, dass sein subjektives Gefühl ihn nicht täuschte und wir einen Trend zum positiven mit Zahlen belegen konnten:
- Cholesterin gesamt: 198 mg/dl (Vorwert war 235 mg/dl)
- HDL-Cholesterin: 42 mg/dl (Vorwert war 37 mg/dl)
- LDL-Cholesterin: 164 mg/dl (Vorwert war 178 mg/dl)
- GGT: 54 U/l (Vorwert war 68 U/l)
- GPT: 58 U/l (Vorwert war 73 U/l)
- GOT: 34 U/l (Vorwert war 45 U/l)
Die Werte hatten sich messbar verbessert – ein deutlich positiver Trend, auch wenn noch Luft nach oben bestand.
5. Fazit
Die nicht-alkoholische Fettleber ist ein Paradebeispiel dafür, wie stark unser Lebensstil unsere Gesundheit beeinflusst – selbst dann, wenn wir von außen „gesund“ aussehen. Ernährung, Bewegung und Schlaf greifen ineinander und wirken sich direkt auf unsere Lebergesundheit, Energie und Leistungsfähigkeit aus.
In diesem Fall konnten wir durch gezielte Lifestyleveränderungen – wie die Reduktion von Fruktose, eine bessere Proteinzufuhr, die Integration gesunder Fette sowie tägliche Bewegungseinheiten – nicht nur das Wohlbefinden des Klienten verbessern, sondern auch relevante Blutwerte deutlich senken.
Die Studienlage bestätigt: Eine Anpassung des Lebensstils ist bei NAFLD der wirksamste Hebel zur Prävention und Behandlung. Die Erkrankung ist in vielen Fällen reversibel – sofern frühzeitig gehandelt wird.
Für Coaches bedeutet das: Unsere Aufgabe endet nicht bei der reinen Maßnahme. Wir sind dafür verantwortlich, Wissen zu vermitteln, Zusammenhänge verständlich zu machen und unseren Klienten dabei zu helfen, sich selbst und ihre Gesundheit besser zu verstehen. Nur wer begreift, warum eine Veränderung notwendig ist, kann sie nachhaltig umsetzen.
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