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Medizin
29. November 2021

Undichter Darm – Das „Leaky Gut Syndrom“

Thiemo Osterhaus

Du fragst dich, was es mit dem „Leaky Gut“ auf sich hat und in welcher Form dieses Syndrom auftritt?

Wenn man sich einmal einen gesunden Darm genauer ansieht, dann liegen die Enterozyten, sprich die Darmzellen, dicht beieinander und sind durch so genannte „Tight Juctions“ (Verbindungen zwischen den Zellen) aneinandergekettet. Der Abstand zwischen den einzelnen Darmzellen ist dadurch genau so groß, dass die Moleküle, welche gesundheitstechnisch in unser System dürfen, auch hindurchpassen. Bei einem „Leaky Gut ist Syndrom“ ist das nicht der Fall. Hier sind die Abstände zwischen den einzelnen Zellen größer als für gewöhnlich, sodass auch Moleküle, welche nicht in unsere Blutbahn kommen sollten, hindurchpassen und dadurch kurz- oder gar langfristig unser System belasten können. Dies resultiert entweder daraus, dass die Zellen aufgrund von Entzündungen oder Pathogenen zerstört werden, oder aber die „Tight Juctions“, also die Verbindungen dazwischen, kaputt gehen. Woran kannst du nun aber feststellen, ob du tatsächlich unter einem „Leaky Gut“ leidest? Die Symptome sind hierbei individuell unterschiedlich. Häufig treten Mangelerscheinungen, wie bspw. Vitamin b12- oder Eisen-Mangel auf, was wiederum weitere Folgen wie Haarverlust oder Energiemangel mit sich bringen kann. Meist verbinden wir diese Symptome aber nicht automatisch mit unserem Darm, was sie daher sehr unspezifisch macht.

Weiter Symptome des „Leaky Guts“ findest du in diesem Video:


Nun ist noch der eigentliche Ursprung des Syndroms zu klären und worin eigentlich der wesentliche Unterschied zwischen dem physiologischen und dem pathologischen „Leaky Gut“ liegt.

Häufigste Ursache des so genannten physiologischen „Leaky Guts“ ist Stress. Sobald eine stressige Situation eintritt, schüttet unser Körper binnen Sekunden das Hormon Cortisol aus. Dieses dient liefert uns zwar kurzfristig Glucose und somit Energie, führt jedoch ebenso zu einem „Leaky Gut“.

Wie das funktioniert? Ganz einfach: „Tight Junctions“ (Zell-Zel-Verbindungen) werden zwar nicht zerstört, jedoch während des Stressmoments internalisiert, d.h. in die Zelle hineingezogen. Dies bedeutet zwar, dass sich der „Leaky Gut“ nach Vorrübergehen des Stressmomentes wieder auflöst, aber bei dauerhaftem Stress kann es dazu führen, dass sich das physiologische „Leaky Gut Syndrom“ in ein pathologisches (krankhaftes) umwandelt, da die Barriere zwischen den Zellen dauerhaft offen ist.

Wenn du mehr über das Hormon Cortisol erfahren möchtest, schau dir dieses Video an:

ie kommt es nun aber zu einem pathologischen „Leaky Gut“?

Dieses „krankhafte“ Syndrom wird primär durch unsere Ernährung ausgelöst, da Nährstoffe wie bspw. Gluten, Casein oder Lektine bei falscher Zubereitung im Darm chronische Entzündungen verursachen, welche wiederum die Barrieren zwischen unseren Darmzellen zerstören.

Nun bleibt noch zu klären, was du tun kannst, um herauszufinden, ob du unter einem „Leaky Gut“ leidest und dieses folglich behandelt werden sollte?

Wenn du sicher gehen möchtest, ob ein „Leaky Gut Syndrom“ vorliegt, solltest du einen Arzt aufsuchen, um eine Stuhlprobenanalyse durchzuführen. Wird ein solches Syndrom festgestellt, gibt es bspw. die Möglichkeit einer Darmsanierung, sprich einer Therapie, welche 2 Pfeiler umfasst: Zum einen ist es essenziell, externe Faktoren wie Stress sowie kontraproduktive Nahrungsmittel möglichst zu eliminieren. Der zweite Aspekt umfasst eine Therapie mit Hilfe von Supplementen, also Nahrungsergänzungsmitteln. Basis hierfür bilden Omega-3-Fettsäuren, welche die Entzündungen, welche mit einem „Leaky Gut“ immer einhergehen, hemmen sollen.

Zusätzlich empfiehlt sich eine Therapie aus verschiedenen Darmsanierungs-Therapeutika und Verdauungsenzymen, um die Barriere wieder zu stabilisieren und den Darm ins Gleichgewicht zurückzubringen. Alternativ zu einer Therapie auf Basis von Supplementen kann ebenso eine 21-tägige Eliminierung-Diät hilfreich sein, in welcher es gilt, alle Faktoren, welche potenzielle Auslöser des „Leaky Guts“ sein können, zu eliminieren.

Alle Details zum „Leaky Gut“ findest du auf YouTube oder Instagram:

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Thiemo Osterhaus
Thiemo Osterhaus

Als visionärer Gründer von Medletics vereint Thiemo seine medizinische Expertise in der Funktionellen Medizin mit einer tiefgreifenden Dozentenerfahrung. Sein umfassendes Wissen, insbesondere in den Bereichen Prävention und Hormontherapie, ergänzt er durch seine wertvollen praktischen Erfahrungen aus seiner eigenen Praxis.

Sein Motto: 
Christian Kirchhoff
Christian Kirchhoff

Christian ist Teil unseres Research Teams und beschäftigt sich täglich mit wissenschaftlichen Arbeiten und Studien. Er interessiert sich für das „Warum“ – also die Argumentationskette - hinter den Dingen und bereitet aktuelle Daten für Trainer, Therapeuten und Ärzte so auf, dass ihnen der Transfer von der Wissenschaft in die Praxis gelingt.

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